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Malteser Nordhessen

Geflüchtete Menschen nehmen ihre Arbeit im Fritzlarer Wald auf

Pflanzen und pflegen

19.07.2017
V.l.n.r.: Förster Dieter Wölling, Marcel Matheis und Ulrike Berg gemeinsam mit den „Wald-Praktikanten“ Habibullah Hakimi, Hassan Alibrahim, Gholam Mahbob Sadegi und Tadesse Ayele Nguse. Foto: Malteser Nordhessen
V.l.n.r.: Förster Dieter Wölling, Marcel Matheis und Ulrike Berg gemeinsam mit den „Wald-Praktikanten“ Habibullah Hakimi, Hassan Alibrahim, Gholam Mahbob Sadegi und Tadesse Ayele Nguse. Foto: Malteser Nordhessen

Fünf aus Afghanistan, Eritrea und Syrien stammende Männer bahnen sich ihren Weg durch die wuchernden Brombeerbüsche. Schließlich erreichen sie eine Lichtung mit jungen Nadelbäumen und beginnen, den Verbissschutz aus Plastik zu entfernen. Ihre Arbeit im Waldprojekt der Malteser Nordhessen und der Jugendwerkstatt Felsberg hat angefangen. Eine Woche lang werden sie unter der Leitung von Förster Dieter Wölling (HessenForst) und Ulrike Berg (Mitarbeiterin der Jugendwerkstatt Felsberg und ehrenamtliche Malteser-Integrationslotsin) im Fritzlarer Wald arbeiten. Freiwillig. Und das, obwohl der Wald für sie echtes Neuland ist. Teilnehmer Gholam Mahbob Sadegi erklärt: „Im Vergleich zu Deutschland gibt es in Afghanistan sehr wenig Wald. Wir alle fünf sind in der Großstadt aufgewachsen – ich persönlich habe Wald erst auf meiner Flucht durch Bulgarien erlebt.“

Die Sonne scheint, in der Ferne hämmert ein Specht. Die jungen Männer arbeiten zügig und mit viel Interesse. Arbeitsbekleitung und Geräte für das Projekt wurden zu gleichen Teilen von der Jugendwerkstatt Felsberg und den Maltesern zur Verfügung gestellt. An einem Baumstumpf lehnt eine Malteser-Ersthelfertasche mit Zeckenzange und Verbandszeug – sicher ist sicher. Im Oktober soll eine weitere Projektwoche folgen. Marcel Matheis, Koordinator des Integrationsdienstes der Malteser Nordhessen, sagt in die Stille des Waldes hinein: „Mit diesem Projekt führen wir junge Menschen an den Arbeitsplatz Wald heran. Wer Spaß daran findet, dem winkt sogar ein Ausbildungsplatz.“ Und Olaf Rossmann, Leiter der Produktionsschule des Bildungszentrums Jugendwerkstatt Felsberg, meint: „Eigentlich sind jetzt Ferien – die Teilnehmer möchten trotzdem in dem Projekt mitarbeiten. So ein Engagement ist großartig und es zeigt, wie wichtig ihnen die berufliche Orientierung und Integration ist. Sie wollen teilhaben und arbeiten. Nur rumzuhängen – das belastet die Menschen auf Dauer.“

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